Die Geschichte des Strix

Eine Jugendgruppe entsteht

Am 17. August 1982 beschloss der damalige Vereinsvorstand unter dem
Vorsitz von Präsident Alfred Oeschger an einer Sondersitzung die Durch-
führung eines naturkundlichen Kurses für Schülerinnen und Schüler im Alter
von 12 bis 16 Jahren. 12 Schülerinnen und Schüler meldeten sich für den
Kurs "Jugend und Ornithologie", der dann am 7. Januar 1983 begann.
Nach einem halben Jahr mit insgesamt 14 Theorieabenden und Exkursionen und einem Wochenende in den Bergen wurde der Kurs am 24. September 1983 mit einer Abschlussprüfung beendet. Da dieser ornithologische Kurs unter den Teilnehmern ein positives Echo ausgelöst hatte, entstand im Vereinsvorstand sehr rasch die Idee, eine Jugendgruppe ins Leben zu rufen, um so das erworbene Wissen anwenden und erweitern zu können. Sie sollte nach den gleichen Leitgedanken aufgebaut werden wie der Kurs, um in den Jugendlichen Verständnis für die Natur und deren Schutz zu wecken. Der damalige Hauptleiter Jörg Leutwyler formulierte es in seinem Jahresbericht wie folgt:
"Unsere Jugendgruppe möchten wir aber fernhalten vom Leistungsgedanken; Naturkunde soll den Jungen Freude bereiten, dem Ausgleich dienen oder zum Hobby werden. Wir wollen mit den Jungen ab und zu auch spielen, praktisches Wissen weitergeben und auf ethische und charakterbildende Grundzüge  eingehen."
Am 14. Januar 1984 besammelten sich auf Grund von Ausschreibungen in den Schulen von Lenzburg 7 Knaben im Alter von 11-16 Jahren beim Parkplatz Fünfweiher zu einem ersten Treffen. Dies war der erste Anlass der neu gegründeten Jugendgruppe STRIX, des Natur- und Vogelschutzverein Lenzburg. (Strix lat. Name des Waldkauzes)
In den folgenden Monaten fanden weitere 12 Anlässe statt. Nebst Exkursionen zu einem Imker, an den Klingnauer Stausee, ins Naturreservat Ettiswil (LU) oder zur Beringstation auf der Ulmethöchi bei Lauwil (BL), standen Themen wie Baumkunde, Amphibien und Tierspuren auf dem Programm. Die Teilnehmerzahl an den von den Leitern Urs und Jörg Leutwyler, Hans Brüngger und Ruedi Kieser organisierten Anlässen schwankte zwischen 2 und 10.

Das erste Jahrzehnt

In den folgenden Jahren wurden jedes Jahr wieder neue Jugendgruppenmitglieder in den Schulen geworben. Es ergab sich der einer Jugendgruppe typische Wechsel, jedes Jahr verlassen Ältere die Gruppe und Jüngere kommen nach. So pendelte der Mitgliederbestand um die Zahl 20, jedoch durften die Leiter nicht enttäuscht sein, wenn sich für einzelne Anlässe nur knapp die Hälfte einfand. Sehr gut besucht waren die diversen Bergvogelexkursionen mit Wanderungen und die diversen Arbeitseinsätze. Seit 1987 pflegt die Jugendgruppe ein Feucht- sowie ein Trockenbiotop im Steinbruch Lütisbuech. Jährlich wird an einem Samstag im Spätherbst ein Arbeitstag durchgeführt, an dem sich oftmals auch Eltern der Strixler engagieren.
Der heutige Leiter Markus Wipf, hat in einem Bericht 1996 seine damaligen Eindrücke als Strixler wie folgt zusammengefasst:
"Unvergesslich sind die zusammen verbrachten Nachmittage, Nachtwanderungen, Spielnachmittage, Gipsabgüsse von Tierspuren anfertigen oder der Besuch eines Bio-Bauernhofes liessen uns vieles verstehen und begreifen. An vielen naturkundlichen Ausflügen wurde uns nicht nur Wissen vermittelt, sondern gleichzeitig eine Lebenshaltung mitgegeben. Wir konnten durch ein Fernrohr am Klingnauer Stausee spähen und uns an den farbenfrohen Entenvögeln freuen und Sekunden später verbissen die Art des unbekannten Watvogels auf der Sandbank bestimmen. Im schneebedeckten Wald lieferten wir uns harte Schneeballschlachten oder kletterten an einem Seil mit zwei Prusikschlingen in die Höhe. Sicher werden Sie sich fragen, was an diesen Aktivitäten speziell sein soll. Bei all unserem Tun lebten uns unsere Leiter den Respekt vor der Natur vor. Sie lernten uns, dass im Wald herumtollen nicht auf Kosten der Natur gehen muss. Sie zeigten uns Kleinigkeiten am Wegrand und gaben sie uns für den nächsten Familienspaziergang mit unseren Eltern mit."
Im Gegensatz zur stark wechselnden Zusammensetzung der jugendlichen Mitglieder blieb diejenige des Leiterteams beinahe unverändert: Für Ruedi Kieser stiess neu Markus Wipf ins Leiterteam, übrigens einer jener Kursteilnehmer des Jungornithologenkurses 1983. In die Aufgabe der Hauptleitung teilten sich in diesen Jahren Jörg Leutwyler, Ruedi Kieser und Urs Leutwyler. Als allzeit bereiter Koch wirkte Hans Huber und überraschte kulinarisch an vielen Exkursionen und Jahresend- Plauschtagen Leiter und Strixler. In diesen ersten zehn Jahren des Bestehens hatte sich die Jugendgruppe Strix zu einer festen Institution des Natur- und Vogelschutzvereines entwickelt.

Das zweite Jahrzehnt

Das Leiterteam entschloss sich nach einer zehnjährigen Pause 1993 wieder einen Jungornithologenkurs durchzuführen. An 7 Theorieabenden und ebenso vielen Exkursionen, verteilt auf die Monate Januar bis Juli wurden 21 wissbegierige Schüler und Schülerinnen mit den Unterlagen des Lehrbuches "Opteryx" - Vogelkunde für Jugendliche, unterrichtet. Bis zum Schluss hielten 16 Teilnehmer durch und legten am 18. September mit Erfolg die "Prüfung" ab. Viele dieser Absolventen blieben noch mehrere Jahre in der Jugendgruppe, Sandra Gut, Carola Haller und Samuel Murri wurden später Strixleiter. Markus Wipf übernahm nun alsbald die Aufgabe als Hauptleiter der nun über 30 Mitglieder zählenden Jugendgruppe. Die Wohnsitze der Strixler verteilten sich nebst Lenzburg auch auf die Nachbargemeinden Staufen, Schafisheim, Rupperswil, Niederlenz und Ammerswil. Eine grössere Strixlerschar erforderte auch ein grösseres Leiterteam. Es zählte ab 1995 sieben Personen: Urs Leutwyler, Hans Brüngger, Sonja und Markus Wipf, Sandra Gut, Carola Haller und Philipp Meier. In den folgenden Jahren kamen Sämi Muri, Andrea Bundi, Niklaus Leisibach und Corinne Vogt dazu, während Urs Leutwyler, seit der Gründung als Leiter aktiv dabei, zurücktrat. Seit dem Jahr 2000 hat Andrea Bundi die Verantwortung der Hauptleitung. Zu den beliebtesten und deshalb gut besuchten Veranstaltungen zählten einerseits die oft durchgeführte Nachtwanderung anfangs Jahr, das Bergvogelweekend im Sommer, der Pflegetag im Steinbruch Lütisbuch im Herbst und der Plauschnachmittag zum Jahresabschluss.   

Anfang 2015 gab Andrea Etterli ihr Hauptleiteramt an Sarah Locher weiter. Das Leiterteam besteht neu aus Noemi Leimbacher, Markus Wipf, Sandra Hossle-Gut, Nils Schaffner, Sydney Diez, Cédric Widmer, Andrea Etterli-Bundi und Sarah Locher.